Israel: 2 Kriegsschiffe für umme

Stückpreis: rund 1 Milliarde Euro

Stückpreis Korvette: rund 1 Milliarde Euro

Laut einem Bericht möchte die israelische Marine gerne 2 Kriegsschiffe im Wert von über 2 Millarden Euro von Deutschland geschenkt. Die deutschen Schiffe würden Ihnen sehr gut gefallen und sie könnten damit endlich einen Raketenabwehrschirm Richtung Mittelmeer (Überfall von Zypern befürchtet?) aufbauen. Die Dreistigkeit ist jedoch verständlich, hat Deutschland Israel (allerdings vor dem neuen Palästinenseraufstand) schon 3 nagelneue U-Boote geschenkt.

Ein weiterer „Vorteil“ des israelischen Angebots: Die Waffen zum Schiff möchten Sie sich lieber von den Amis schenken lassen.

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Israel dreht den Spiess herum

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Er  heißt Avigdor Liebermann, gebürtiger Moldawier und 50 Jahre alt. Und: Er ist ein rechtsradikaler, israelischer Politiker. Seine Partei, „Unser Zuhause, Israel“, hat bei den Parlamentswahlen am Mittwoch 12,5% der Stimmen (letzte Wahl 9,1%) geholt und ist drittstärkste Partei. Hier seine Standpunkte:

  • Vollständige Trennung von Juden und Arabern (sogar israelische Araber sollen abgeschoben werden)
  • Der Iran ist die Wurzel von Hamas, Hizbollah und Terror
  • Israel steht an der Frontlinie im Krieg der westlichen Welt und dem radikalen Islam
  • Der Nahostkonflikt ist Ergebnis eines aggressiven, untoleranten Islams

Damit verglichen sind die Parteiprogramme von europäischen Rechtsradikalen wie NPD, Front National oder FPÖ geradezu gemäßigt. Aber ein Vergleich zwischen Israel und Europa (Lieberman macht sich übrigens für einen EU-Beitritt stark) scheint unter den gegebenen Umständen nicht zulässig.

Hinter der Politik des Ex-Türstehers Lieberman steht die rassistische Ansicht, dass der arabische Mensch nicht fähig ist zu einem Zusammenleben mit dem jüdischen Mensch. So soll durch die Trennung der Beiden, das wirtschaftliche Wachstum, die Sicherheit und der jüdische Charakter Israels gewährleistet werden.

Nach dem regelmäßigen Aufschrei von israelischen Politikern nach einem Rechtsruck oder der Wahl eines Rechtspopulisten (Haider, Le Pen) sind solche Wahlergebnisse doch sehr überraschend. Wie kann ein Volk, dass vielleicht am meisten unter Rassismus gelitten hat, nun eine derartige politische Richtung einschlagen? Ist es die pure Rache des Mobs, nach den letzten Gemetzeln? Ist Israel müde des ständigen Konflikts und möchte ein „Ende mit Schrecken“ statt ein „Schrecken ohne Ende“?

Vielleicht ist die Trennung das Beste für beide Seiten? Schwierige Frage. Aber der „herkömmliche“ Friedensprozess (mit einem Zusammenleben der beiden Gruppen) ist zur Zeit wohl eine noch entferntere Vision.

Sehr geehrter Herr Kramer (Zentralrat der Juden),

ich möchte Sie bitten Ihre undurchdachten und beleidigenden Äusserungen zurückzunehmen. Worum geht’s? Nach der neuerlichen Eskalation in Israel kritisierten Sie die deutsche Öffentlichkeit in äußerst unangebrachter Weise.

Zitat Nr. 1: «Kein deutscher Politiker hat es bisher vermocht, die Verwerflichkeit des Handelns der Hamas, die ihren Terror aus der Mitte der palästinensischen Zivilbevölkerung heraus betreibt, öffentlich zu verurteilen»

Zitat Nr.2: «Wo bleibt der Aufschrei der Verurteilung aller Gutmenschen in bundesdeutschen Wohnzimmern?»

palastinenser

Verletzte Palästinenser

Bei solchen Äusserungen bleibt einem doch immer wieder die Spucke weg. Erstens gibt es so gut wie keinen deutschen Politiker, der die terroristischen Angriffe auf Israel nicht verurteilt. Gerade jetzt hat die Bundeskanzlerin Merkel die Anschläge der Hamas deutlich verurteilt. Ausserdem was soll der Vorwurf? Ist es für eine Terrororganisation verwerflich aus der Bevölkerung die Israel unterdrückt heraus zu handeln? Möchten Sie eine gewisse rassistische Grundstimmung gegen das palästinensische Volk erzeugen? Oder möchten Sie das jüngste israelische Massaker vertuschen?

Doch noch schlimmer ist das zweite Zitat. Wo soll denn ein Aufschrei nach 60 Jahren, in denen es das israelische Volk und seine arabischen Feinde nicht geschafft haben sich zu versöhnen, herkommen, mein lieber Herr Kramer? Es gibt eine Grenze, die Israel längst überschritten hat, wo man auch dem besten Freund nicht mehr beipflichten und helfen kann. Nach zig gleichen Meldungen und ewigem Krieg ist der Welt Ihr Konflikt nunmal piepegal. Man möchte keine Seite beziehen (wie Sie es ja vehement fordern), weil die Geschichte gezeigt hat, dass beide Seiten böse und schlecht sind.

Herr Kramer

Herr Kramer

Ja, Israel ist ein Schurkenstaat oder zumindest ein Staat, der endloses Leid produziert. Ihnen soll jemand ernsthaft beipflichten? Sie machen sich lächerlich.

Und wenn Sie jetzt meinen, dass ich einseitig urteile, dann möchte ich Ihnen vorschlagen, im Gazastreifen, der ungefähr die Größe von einem halben deutschen Landkreis hat, 500 Schulen, 10 Krankenhäuser und 50 Polizeistationen zu bauen. Mit Personal für 10 Jahren wären das Gesamtkosten von ungefähr 500 Mio. €. Das entspricht nicht einmal 7% vom jährlichen Militäretat von Israel (7,5 mrd. €). Wenn Sie Aktionen wie diese vorantreiben würden, könnten Sie die Herzen der Deutschen erwärmen. Aber mit Ihren sinnlosen Propagandageschrei nerven Sie nur noch.

Ich wünsche allen Israelis und allen Palästinensern eine friedliche Zukunft – wenn Sie es sich selber auch wünschen. Ansonsten dürfen Sie Ihre dummen Äusserungen gefälligst unterlassen.

An: Herrn Kramer (Generalsekretär des Zentralrats der Juden Deutschlands)