Schuhwurf-Vorfall – Nachtrag

Hier noch ein witziges Cartoon von dem Vorfall, als ein irakischer Held seine beiden Schuhe nach dem Hund Bush warf:

bush-shoe-throwingweitere Cartoons: hier

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Held des Monats: Montassar al Saidi (mit Video)

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Held des Monats und Gründungsgrund dieser neuen Kategorie ist der unbekannte irakische Reporter der seine beiden (!) Schuhe nach US-Vollpfosten Bush warf mit den Worten: „Das ist dein Abschiedskuss, du Hund!“. Eine wirklich gute und (fast) gewaltfreie Art des Protestes, die Nachahmer verdient hätte. Laßt uns ab jetzt alle unsere Schuhe nach Bush werfen!

Schade nur, daß er nicht getroffen hat. 😉

Witzig ist auch die relativ unbeteiligte Art von dem irakischen Ministerpräsident der neben Bush stand, aber die Schuhwürfe eher zu begrüßen schien.

Update: 16.12.2008

Montassar al Saidi (28), dem Journalist der die Schuhe warf, wurde angeblich bei seiner „Ergreifung“ der Arm gebrochen sowie mit einem Pistolenknauf ins Gesicht geschlagen. Er wurde in ein Militärkrankenhaus gebracht.  Ausserdem wird ihm rechtlicher Beistand bisher verwehrt.

Sein Sender „Al Bagdadija“ hält übrigens stramm zu seinem mutigen Reporter. Nicht nur sein Sender. «Wir gratulieren ihm zu seinem mutigen Auftreten», erklärte die regierungskritische irakische Nachrichtenagentur INA am Montag. Der sunnitische Rat der Religionsgelehrten sprach von einem «historischen Moment», in dem Bush und der Weltöffentlichkeit gezeigt worden sei, «was die Iraker von der Besatzung halten».  Die irakische Organisation für den Schutz von Journalisten erklärte am Montag, es hätten sich 100 Anwälte gemeldet, die Al-Saidi gratis verteidigen wollten. Der Vorsitzende der Organisation, Ibrahim al-Saradschi, sagte aber: «Noch wissen wir nicht, welche Straftat die Regierung Al-Saidi vorwirft.» Die kurdische Journalistengewerkschaft im nordirakischen Erbil kritisierte derweil das «schlechte Benehmen» des Reporters. Von Mauretanien bis Syrien riefen am Dienstag Menschenrechtler, Politiker und Journalisten zur Freilassung von al Saidi auf. In Bagdads Amarija-Viertel demonstrierten Hunderte von Schülern und Lehrern für ihn. Sie riefen: „Dieser mutige Mann hat es nicht verdient, festgenommen und gefoltert zu werden.“ In der Stadt Bakuba nordöstlich von Bagdad gingen Stammesscheichs, Professoren und Schüler für al Saidi auf die Straße. Auch unter den irakischen Parlamentsabgeordneten fand der TV-Reporter Fürsprecher. Der irakische Journalistenverband nannte die Aktion zwar „seltsam und unprofessionell“, bat den Ministerpräsidenten aber um Gnade für al Saidi. Ein Sprecher des Innenministeriums deutete an, dass al Saidi wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsgastes sowie des neben ihm stehenden irakischen Ministerpräsidenten angeklagt werden könnte. Darauf steht die Höchststrafe: zwei Jahre Haft.

Update 18.12.2008:

Hier ein Game „Sock and Awe“ zu dem Schuhwurf der in die Geschichte einging.

Und noch eine GIF-Animation:

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Mehr GIF-Animationen gibts hier und hier.

Ganz klar der „Beste Moment 2008“.

Update 26.12.2008:

Hier noch eine Cartoon-Serie zu dem Vorfall.