Euro: Eine Währung stark wie ein Stier

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Verlauf des Euro zu anderen wichtigen Währungen (07/2007 – 07/2012)

Das Fazit zuerst: Der Euro ist nicht klein (weich) zu kriegen. Man sieht an dem Chart oben, dass in den vier Jahren 2008 bis 2012 mit der Dreifach-Krise (Bankenkrise, Wirtschaftsschock und Griechenland-Krise) der Euro zu der anderen Leitwährung Dollar stabil und gegenüber dem britischen Pfund und der türkischen Lira (einem boomenden Land) sogar an Wert gewonnen hat. Gegenüber den anderen beiden wichtigen Währungen hat der Euro zwar 20 – 40 % an Wert verloren, was aber eher den exportorientierten Schweizern und Japanern schadet.

Hier die Chronologie der dramatischen Ereignisse:

  • Juni 2007 bis Oktober 2008: Bankenkrise: Die amerikanische Investmentbank, Bear Stearns, dessen Hedgefonds auf Immobilienschulden gewettet haben und pleite gegangen sind macht den Anfang. Die komplette Investmentbankenbranche geht in die Knie. Der Höhepunkt ist die Woche nach dem 15.September 2008, als mit Lehman Brothers, AIG, Merril Lynch und HBOS mehrere Schwergewichte der Branche zahlungsunfähig werden. Rettungspaket USA: 950 Mrd. Dollar; Rettungspaket GB: 500 Mrd. Pfund; Rettungspaket D: 480 Mrd. Euro
  • Oktober 2008 bis Oktober 2009: Wirtschaftsschock: Durch die von der Bankenkrise ausgelöste Unsicherheit und Kreditklemme rutscht die Wirtschaft Europas und der USA in eine kurze aber heftige Schockphase. Die Arbeitslosigkeit wächst sprunghaft an. Die Regierungen legen mehrere große Konjunkturprogramme (v.a. für die Autoindustrie) auf. 2009 bricht die deutsche Wirtschaft um 5 % ein, erholt sich aber schnell wieder (2010: +3%).
  • Dezember 2009 bis Mai 2012: Griechenland-Krise: Am 8.Dezember 2009 senkt die Ratingagentur Fitch das Rating für griechische Staatsanleihen auf „BBB+“. Damit ist zum ersten Mal in der 11-jährigen Geschichte der europäischen Währungsunion ein Mitgliedsland nicht mehr in der höchsten Ratingkategorie. Die Überschuldung Griechenlands (Defizit 2009: 12,7%) gepaart mit den immer noch hypernervösen Finanzmärkten erhöht die Zinsen drastisch und bringt Griechenland an den Rand des Staatsbankrotts, nach sehr langem Ringen (laut EU-Vertrag war es sogar verboten dass ein EU-Land für die Schulden des anderen einspringt) wird das Land aber gerettet und im Mai 2012 erhöht eine Ratingagentur die Note für Griechenland wieder.

Eindeutige Gewinnerin der Krise ist Angela Merkel, die Deutschland mit verkraftbaren Verlusten (Quelle und einige Mrd. für die Banken- und Griechenlandrettung) durch die heftigen Turbulenzen schiffte.

Durch die Krise als dringend sanierungsbedürftig haben sich gezeigt:

  • Internationales Finanzsystem (Regulierung)
  • Europäische Union (Demokratiedefizit)
  • Öffentliche Haushalte (Überschuldung)
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