Netanjahu antwortet auf Grass

Was Günter Grass eigentlich wollte ist eine Diskussion um den Konflikt zwischen dem Iran und Israel. Das hat er erreicht. Der Ministerpräsident von Israel Netanjahu (konservativ, zionistisch) ist der Chef der Exekutive und damit der mächtigste Mann im Staat. Netanjahu stellt im Interview die israelische Position dar:

  1. Iran möchte Israel vernichten – Israel will nicht den Iran vernichten
  2. Israel hat aber das Recht zur Selbstverteidigung

Ein einfache Formel die Netanjahu verwendet, allerdings nur die halbe Wahrheit. Netanjahu, und mit ihm die aktuelle israelische Regierung, hat Recht, dass die aktuelle iranische Regierung sich als Feind Israels definiert. Aber die iranische Regierung sieht sich eben auch als Verbündeter des palästinensichen Volks, das die israelische Regierung als Feind de facto als Feind Israels definiert hat.

Beide Seiten haben sich gegenseitig als Feind definiert!

Die Hardliner auf beiden Seiten steigern den Konflikt durch innere Gleichschaltung zusätzlich. „Witzig“ ist, dass beide Seiten behaupten nichts gegen das Volk der Gegenseite zu haben, versuchen aber im nächsten Satz den Feind als eine Ausgeburt der Hölle darzustellen den es zu vernichten gilt. Auf die Frage: „Erschweren [die neuen israelischen Siedlungen im Westjordanland] eine pragmatische Lösung des Konflikts?

Ganz und gar nicht! Ich glaube stattdessen daran, dass die strittigen Fragen und auch die Grenzziehung lösbar sind.

Tja, damit ist alles gesagt.

„Die Rücksicht auf das Recht des anderen – das ist der Friede.“ (Benito Garcia, mex. Politiker 1806-1872)

„Frieden kannst du nur haben, wenn du ihn gibst.“ (Marie von Ebner-Eschenbach, öster. Schriftstellerin 1830-1916)

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