Muss sich das Oberhaupt der katholischen Kirche bei einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte für den Holocaust entschuldigen?
Zumindest sehen es manche israelische Kommentatoren so. Es wäre eine „große Enttäuschung“, dass Benedikt „nicht das Gefühl habe sich entschuldigen zu müssen“.
Nun ist die katholische Kirche, die Benedikt primär vertritt, nicht Täter des Holocaust. Papst Pius und insbesondere deutsche Geistliche zu jener Zeit waren zu unterschiedlichem Grad Mitläufer. Von dem Leiter einer Organisation eine Entschuldigung zu verlangen, weil ein gewisser Anteil an den Millarden von Mitgliedern seiner Organisation vor nunmehr fast zwei Generationen eine Art der unterlassenen Hilfeleistung (die übrigens bei Gefahr für das eigene Leben auch nach heutigem Strafrecht nicht strafbar wäre) begangen hat, ist doch sehr vermessen . Weder das Leugnen jeder Art von Beteiligung noch ein Schuldeingeständnis sind die richtigen Extreme. Wahrscheinlich kämpfte die Mehrheit der Katholiken weltweit eher gegen die Nazis. Auf jeden Fall war der Völkermord in keinster Weise von den katholischen oder christlichen Werten gedeckt. Somit muss sich Benedikt als Papst nicht für den Holocaust entschuldigen.
Muss sich Joseph Ratzinger entschuldigen, weil er selbst als Soldat des Naziregimes am Krieg teilgenommen hat? Nun, auf diese Frage wäre schon eher mit ja zu antworten. Allerdings war Ratzinger 1941 14 Jahre und weder mündig noch der Überlieferung nach freiwillig ein Nazi-Soldat. Er hat schon damals seinen Glauben und seine Überzeugung nicht geleugnet und wurde als Flakhelfer wieder abgesetzt in ein Arbeitslager. Auch hier ist der Grad der Schuld und insbesondere die Verbindung zum Völkermord an den Juden schwach.
Da Joseph Ratzinger und Benedikt die gleiche Person sind ist keine Entschuldigung notwendig.
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kakas